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Welches Licht für Portraitaufnahmen

von am Oktober 19, 2020

Schöne Fotos machen Freude und sind neben einem wertvollen Erinnerungsstück natürlich auch eine willkommene Geschenkidee. Es liegt also nah, dass man sich mit der Kunst des Fotografierens etwas genauer beschäftigt. Vor allem sind es die Portrait-Aufnahmen, welche den ambitionierten Hobby-Fotograf immer wieder vor neue Herausforderungen stellen. Während der Fachmann die großen und kleinen Tricks ansprechender Bilder beherrscht, muss sich der Laie mühsam in das Themengebiet einarbeiten. Umso wertvoller sind die eigenen vielfältigen Erfahrungen in der Praxis und ein bisschen theoretisches Grundwissen im Vorfeld. Denn mit dem richtigen Licht werden auch die Gesichter der Modelle zum Strahlen und Leuchten gebracht!

Warum benötigt man gutes Licht?

Man benötigt einfach gutes Licht, damit die Aufnahmen zum Erfolg werden. Schließlich bedeutet „Fotografie“ so viel wie „mit Licht schreiben“. Also muss neben Technik und künstlerischem Geschick, beziehungsweise dem ästhetischen Anspruch auf das richtige Licht geachtet werden. Im Studio kann das Licht bewusst beeinflusst werden. Zum Beispiel mit einem Spot oder LED-Strahler, einem Striplight oder einer indirekten Beleuchtung. In der Natur ist dagegen ausschließlich natürliches Licht vorhanden. Dieses Tageslicht kann jedoch mit der Verwendung eines zusätzlichen Aufsteck-Blitzes auf der Kamera verstärkt werden. Ebenso ist ein integriertes Blitzlicht bei Kompakt-Kameras oder Foto-Handys möglich. Auf jeden Fall sollten Sie sich immer vor der Aufnahme über das richtige Licht Gedanken machen – es bestimmt die spätere Qualität des Fotos. Was passiert bei schlechtem Licht?

Wenn das Licht unzureichend ist oder es sich um direktes Gegenlicht handelt, wird die Portraitaufnahme zum Misserfolg. Letztlich können die Kontraste nicht klar erkannt werden, Details verschwimmen oder die gesamte Aussagekraft der Aufnahme geht verloren. Wer ein bewusst stimmiges Bild machen möchte, muss also auf die Gegebenheiten achten. Sollten diese wirklich ungünstig sein und die Kamera kann mögliche Lichtdefizite (Regen, Wolken, Nebel) nicht ausgleichen, so empfiehlt es sich, die Aufnahme zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff zu nehmen. So wird das Resultat sehr viel besser ausfallen und das Betrachten macht auch nach langer Zeit noch Freude.

Welche Arten von Licht / Leuchtmittel machen Sinn?

Selbstverständlich gibt es das normale Tageslicht. Doch auch hier gibt es durchaus Unterschiede. Es richtet sich nach der Temperatur, die in Kelvin angegeben wird. Das Spektrum reicht von kurzwellig zu langwellig. Entsprechend unterschiedlich ist die Wirkung. Fotografiert man zum Beispiel direkt am Mittag, zu Sonnenaufgang oder am späten Nachmittag. Man kann einen hellen, klaren Tag nehmen oder lieber leicht trübes Wetter mit einem bedeckten Himmel. Dieses Prinzip herrscht auch in Räumen. Mit dem jeweiligen Licht, seiner Stärke und Richtung können unterschiedliche Stimmungen erzeugt werden. Warmes, weiches Licht schmeichelt, kaltes Licht wirkt distanziert. Das Spiel mit Licht und Schatten schafft Struktur und verhilft dem Gesicht zu mehr Lebendigkeit. Vorzüge können somit betont werden und kleine Fehler können geschickt kaschiert werden. Verfremdungseffekte oder Highlights sind ebenso möglich. Wer mag, kann mit low-key oder hey-Key arbeiten, so entsteht noch mehr Dramatik. Die Bildberarbeitungs-Programme können einen möglichen Mangel an Licht während der Aufnahme ausgleichen. Das Experimentieren mit diversen Lichtquellen wie Lampen, Spiegeln, Kerzen kann für besonders ausdrucksstarke Bilder sorgen.

Lohnt sich der Einsatz von Profi-Equipment?

Das Equipment (Ausrüstung) ist natürlich daran beteiligt, ob eine Aufnahme hochwertig ist oder eher in minderer Qualität erscheint. Vor allem die Auflösung ist neben dem Licht ein entscheidender Aspekt. Ebenso wichtig ist aber auch das handwerkliche Können und das künstlerische Geschick des Fotografen. Wer seine Leidenschaft für das Fotografieren entdeckt hat und sich vor allem für das Gebiet der Portrait-Fotografie interessiert, wird eine ordentliche (hochwertige) Ausrüstung durchaus zu schätzen wissen. Sie haben jedoch bei jeder Kamera oder auch jedem schlichten Fotoapparat die Wahl: Entweder Sie entscheiden selbst und wählen die entsprechende Blenden-Zeit-Kombination oder Sie begnügen sich mit dem Automatik-Menü. Hier „entscheidet“ die Kamera für Sie und Sie werden immer einen Mittelwert der Lichtsituation, dem Motiv, der Entfernung berechnet bekommen. Zudem steht Ihnen die Wahl zwischen digitaler und analoger Fototechnik zur Auswahl. Am häufigsten wird natürlich die digitale Fototechnik. Aber noch immer wählen einzelne Fotografen bewusst die analoge Technik. Dies macht vor allem Sinn, wenn ein eigenes Fotolabor vorhanden ist. Auch im Labor kann die Qualität der Portrait-Aufnahmen nochmals gehoben werden. Unterschiedliche Arten der Entwicklung sorgen für unterschiedliche Ergebnisse auf dem Fotopapier.

Welches gibt es?

In der Tat sind die jetzigen Foto-Handys eine gute Alternative zur Profi-Ausrüstung geworden. In der Vergangenheit war dies leider nicht so. Doch derzeitig werden sehr gute und leistungsstarke Smartphones mit entsprechenden Bearbeitungsprogrammen (zum etwas höheren Preis) angeboten. Darüber hinaus gibt es natürlich die praktischen Kompaktkameras, die Bridge-Kameras oder eben die echten Spiegelreflex-Profi-Kameras mit Wechsel-Objektiven. Neben den führenden Marken wie Canon und Nikon stehen natürlich zahlreiche weitere Anbieter zur Auswahl. Zusätzliches Equipment wie Stativ und Filter sorgen für ein noch besseres Ergebnis beim Fotografieren. Die Preislagen der einzelnen Modelle bewegen sich in einem ziemlich umfangreichen Rahmen. Jeder sollte für sich entscheiden, wie viel Budget zur Verfügung steht und welches Ergebnis man sich wünscht. Ein ganz guter Leitsatz hierbei: Nicht der Body der Kamera ist das Wichtigste, sondern die Qualität der Objektive.

Weitere Tipps für Portraitfotos?

Neben den sprichwörtlichen Schnappschüssen (die mitunter gut werden können), sollte man sich für die Fotos in der Tat Zeit nehmen. Treffen Sie die erforderlichen Vorbereitungen: Die Kamera-Ausrüstung muss parat sein, die passende Location gefunden sein und auch der zu Fotografierende sollte motiviert sein. Versuchen Sie gleich mehrere Fotos mit unterschiedlichen Kamera-Einstellungen. Variieren Sie mit der Belichtungsdauer. Spielen Sie mit Schärfe und Unschärfe. Es kann zum Beispiel sehr reizvoll sein, wenn Sie den Focus auf einen bestimmten Punkt des Gesichts legen. Man spricht von partieller Schärfe, welche die Vorzüge einer Portrait-Fotografie darstellt. Der Rest ist leicht verschwommen und der Hintergrund ist nur noch zu erahnen. Setzen Sie die Beleuchtung unterschiedlich und fotografieren Sie aus der Bewegung heraus. Es ist wichtig, dass die Aufnahmen eine Natürlichkeit besitzen und nicht zu gestellt wirken. Jedes fotografierte Gesicht sollte eine Geschichte erzählen.

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Makrofotografie – praktische Tipps

von am Oktober 2, 2020

Der Frühling steht wieder vor der Tür. Die Natur erwacht zum Leben. Die Blumen beginnen wieder zu blühen. Bald werden die Bäume wieder grün sein. Es ist an der Zeit, Ihre schönsten Makroaufnahmen zu machen. Aber wie machen Sie das? In diesem Artikel erhalten Sie Tipps zur Makrofotografie.

Innerhalb der Naturfotografie gefällt uns die Makrofotografie sehr gut. Das ganze Jahr über tun wir es auf die eine oder andere Weise. Besonders im Frühling…

Der Kern der Makrofotografie besteht darin, dass man ein Motiv aus nächster Nähe fotografiert. Formell sprechen wir von Makrofotografie, wenn der Abbildungsmaßstab mindestens 1:1 beträgt. Wenn Sie uns ein wenig kennen, wissen Sie, dass wir praktisch sind. Alles, was wir aus der Nähe aufnehmen, ist für uns Makrofotografie. Wir geben Ihnen einige Tipps zur Makrofotografie.

Makrolinse ist Pflicht

Am offensichtlichsten ist, dass Sie mit einer Makrolinse fotografieren. Dies ermöglicht es Ihnen, sich Ihrem Thema aus kurzer Entfernung zu nähern. Makro-Objektive gibt es mit verschiedenen Brennweiten, unterschiedlichen Blenden und minimalen Fokussierabständen. Bedenken Sie dies beim Kauf eines Makroobjektivs.

Jeder wird seine Präferenz haben. Geht man von einer Vollformatkamera aus, ist eine Brennweite von 100 mm ein guter Ausgangspunkt für ein Makroobjektiv. Mindestens ebenso wichtig ist die größte Blende und der minimale Fokusabstand. Die größte Blende sollte sicherlich f2,8 sein. Und vorzugsweise etwas größer. Der minimale Fokussierabstand wird knapp über 30 Zentimeter liegen. Mit diesen „technischen“ Möglichkeiten können Sie die kreativeren Makroaufnahmen machen.

Wenn Sie noch kein Makroobjektiv haben, weil Sie nicht wissen, ob Makrofotografie Spaß genug macht, oder wenn Sie denken, dass ein Makroobjektiv zu teuer ist, gibt es ein paar andere Lösungen. Deshalb werden wir schnell mit den folgenden Tipps fortfahren.

Distanzringe – einfache Lösungen

Das Fotografieren mit Distanzringen sieht aus wie das Fotografieren mit einer Nahlinse, ist es aber nicht. Sie platzieren den Abstandshalter oder die Ringe zwischen Kamera und Objektiv. Der Effekt scheint derselbe zu sein: Die minimale Brennweite wird kleiner und die Schärfentiefe nimmt ab. Aber auch die Lichtmenge, die den Sensor erreicht, nimmt ab. Sie werden also mit einer längeren Verschlusszeit und/oder einem höheren ISO-Wert fotografieren müssen.

Zur Nahlinse greifen wenn keine Makrolinse zur Hand ist

Vielleicht haben Sie keine Makrolinse, oder Sie können nicht immer eine Makrolinse mitbringen. Letzteres ist bei uns durchaus üblich. Denn wenn die Kameratasche voll ist, ist sie wirklich voll. In diesem Fall können Sie sich für eine Nahlinse, auch als Linsenaufsatz bekannt, entscheiden. Die Linse funktioniert wie eine Lupe. Sie können aus nächster Nähe fotografieren und die Schärfentiefe wird geringer. Ein Foto, das mit einer Nahlinse aufgenommen wurde, ist kaum von einem Foto zu unterscheiden, das mit einer Makrolinse aufgenommen wurde.

Wenn Sie sich für eine Nahlinse entscheiden, entscheiden Sie sich sofort für Qualität. Schließlich waren Ihre Kamera und Ihr Objektiv auch nicht billig. Das war notwendig, weil Sie wirklich Qualität wollten. Lassen Sie es nicht durch eine billige Linsenbefestigung verloren gehen. Denn so wird es oft gebracht. Wir selbst arbeiten mit der NiSi-Nahlinse. Diese Linse ist von guter Qualität. Der Verlust von Licht und Details ist vernachlässigbar und die Farben sind sehr natürlich. Dieses Objektiv ist sehr geeignet, wenn der Durchmesser des zu verwendenden Objektivs im Bereich von 67-72-77 mm liegt. Inzwischen gibt es auch eine Version für Objektive mit einem Durchmesser von 58-55-49 mm. Auf Objektive mit anderen Durchmessern passt dieses Objektiv ohne Adapterring nicht. Sie können sich für Distanzringe entscheiden, siehe den nächsten Tipp, oder eine andere Linsenbefestigung wählen.

Große Blende verwenden

Wenn Sie unsere Makrofotos gesehen haben, werden Sie wissen, dass wir weiche Bilder und eine geringe Tiefenschärfe mögen. Um mit einer geringen Schärfentiefe zu fotografieren, benötigen Sie eine große Blende. Wir arbeiten fast immer mit einer Blende von f2,8 – 4,0 und manchmal sogar f5,6. Mit kleineren Blendenöffnungen werden Sie uns nicht in der Makrofotografie arbeiten sehen.

Das natürliche Licht nutzen

Wenn Sie innerhalb der Naturfotografie Makroaufnahmen machen, werden Sie dies fast immer im Freien tun. Draußen haben Sie natürliches Licht. Wir fotografieren nur mit natürlichem Licht. Das ist eine Herausforderung, und das tun wir am liebsten. Sie können mit einem Blitz arbeiten, aber auch mit einem Diffusor, der nicht den von uns gewünschten Effekt erzielt.

Ein Werkzeug, das Sie verwenden können, ist ein Reflektor. Dadurch wird das Licht auf das Objekt zurückreflektiert und gleichmäßiger belichtet.

Immer auf der richtigen Höhe bleiben

Wie bei der Porträtfotografie und der Tierfotografie funktioniert es auch bei der Makrofotografie in der Regel gut, dass Sie das Hauptmotiv auf derselben Höhe wie das Motiv aufnehmen. In der Praxis bedeutet dies, dass man oft durch die Knie oder sogar flach auf den Bauch schießt.

Auf diese Weise wird dem Hauptthema noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt, und Sie vermeiden es, auf Ihrem Foto viel Platz einzunehmen. Das muss an sich kein Problem sein, aber oft ist das Thema tief verwurzelt. Wenn Sie von „oben“ fotografieren, ist der Boden relativ scharf. Das Ergebnis ist ein unordentliches Foto.

In der Praxis wollen wir oft einen sehr niedrigen Standpunkt wählen. Dann können Sie die Kamera nach oben richten und das Licht und die Ruhe im Hintergrund nutzen.

Ein Stativ ist Grundvoraussetzung

Wir selbst finden diesen Tipp hilfreich, aber mit einem kleinen „aber“. Einerseits können Sie sich frei bewegen, wenn Sie nur Ihre Kamera in der Hand halten. Auf der anderen Seite arbeiten Sie viel stabiler, wenn Ihre Kamera auf einem Stativ steht. In der Praxis wechseln wir dies oft ab. Für die Makrofotografie haben wir ein sehr handliches Stativ von Leofoto. Es ist leicht und bis zu 70 Zentimeter hoch. Dennoch können wir eine Vollbild-Spiegelreflexkamera mit Makro- oder sogar Teleobjektiv verwenden.

Fokus per Hand setzen

Der Autofokus der meisten Kameras funktioniert gut. Allerdings verlassen wir uns im Makrofoto nicht immer darauf. Und dafür gibt es einen Grund. Nicht, dass die Ausrüstung nicht richtig funktioniert, sondern weil eine Verschiebung des Fokuspunktes zu einem völlig anderen Bild führen kann, weil die Schärfentiefe sehr gering ist. Dann ist eine perfekte manuelle Fokussierung erforderlich. Wir haben zuvor den Artikel ‚Scharfstellen durch den Sucher Ihrer Kamera‘ geschrieben.

Sie können auch über die Live-Ansicht fokussieren. Zoomen Sie auf einen Teil der Komposition, den Sie scharf stellen und perfekt fokussieren möchten.

Zeit und Geduld sind genauso wichtig wie das passende Equipment

Fotografieren ist kein Eilauftrag. Lassen Sie sich Zeit. Suchen Sie sich ein Thema und stellen Sie die Komposition sorgfältig zusammen. Überprüfen Sie Ihre Einstellungen. Eine korrekte Technik ist wichtig. Es ist der einfachste Teil der Fotografie. Natürlich müssen Sie üben, um ein scharfes und richtig belichtetes Bild zu erhalten, aber Sie werden viel davon profitieren. Könnten Sie Hilfe gebrauchen? Dann werfen Sie einen Blick auf unsere Makrofotografie-Workshops

Mit scharf meinen wir, dass das Bild dort, wo Sie es haben wollen, perfekt scharf ist. Mit richtig belichtet meinen wir, dass das Foto keine Lichter hat, es sei denn, Sie wollen das bewusst haben.

Auch wenn Sie bereits 100 Mal Krokusse fotografiert haben, bleibt eine Herausforderung. Schauen Sie weiter, denken Sie nach und experimentieren Sie. Man kommt nicht jeden Tag mit dem Besten nach Hause. Für uns ist das kein Ziel, sondern ein schöner Beifang. Die Freude an der Fotografie steht an erster Stelle.

Erleben und Ausprobieren

Dies ist vielleicht der wichtigste Tipp für die Fotografie im Allgemeinen. Ihre Kamera ist ein Werkzeug. Das Fokussieren und Drücken der Taste ist ein wichtiger Teil der Fotografie, aber dann verpasst man unserer Meinung den ganzen Spaß. Wenn das Ihr Ding ist, müssen Sie es weiterhin tun. Lassen Sie sich weder von uns noch von jemand anderem sagen, was Sie tun sollen.

Was uns an der Fotografie so viel Spaß macht, ist, dass wir mit verschiedenen Einstellungen und Techniken experimentieren. Das hält uns scharf und führt manchmal zu überraschenden Ergebnissen. Die Arbeit mit der Unschärfe gefällt uns besonders gut. Wir gehen sogar so weit zu sagen, dass einige Fotos völlig unscharf, also abstrakt, sind. In jedem Fall sind wir immer auf der Suche nach Licht, Kontrast, Form und Farbe. Darin liegt die Herausforderung: kraftvolle Kompositionen zu schaffen, die spielerischer sind als das, was man mit dem bloßen Auge sieht.

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